Ihre Fragen zu Medienkompetenz
Vor und nach der Pressekonferenz am 13. Dezember wurden u.a. viele Fragen zum Thema Medienkompetenz gestellt. Wir – die Redaktion – haben diese Fragen zusammengefasst und möchten hier im Zusammenhang mit den Vorhaben im Dialog Internet auf einige Punkte eingehen.
Was verstehen Sie unter Medienkompetenz und wie stehen Sie zur gesetzlichen Verankerung gemeinsam mit dem Jugendschutz?
Gemeinsam mit den Expertinnen und Experten wurde im Dialog Internet ein Thesenpapier „Auf dem Weg zu einer zeitgemäßen Kinder- und Jugendnetzpolitik" diskutiert. Es integriert die Perspektiven des gesetzlichen Jugendmedienschutzes und der Medienkompetenz zu einer Kinder- und Jugendnetzpolitik, die diese beiden Aspekte nicht unnötig gegeneinander ausspielt.
Unter diesem Vorzeichen gehen die Kinder- und Jugendnetzpolitik und die Initiativen im Dialog Internet von einem umfassenden Medienkompetenzbegriff aus. Danach ist „Medienkompetenz" die Fähigkeit, selbstbestimmt, verantwortungsbewusst, kritisch und kreativ mit dem Internet umzugehen, dessen Möglichkeiten zu nutzen, mediale Angebote einschätzen zu können, sich Risiken bewusst zu sein und Konsequenzen des eigenen Handelns im Netz beurteilen zu können. Medienkompetenz soll Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, zu mündigen Nutzern heranzuwachsen und ihnen die Chancen des Internets für Kommunikation, Bildung, Freizeitgestaltung und Teilhabe zu eröffnen.
Im Dialog Internet geht es nun mit konkreten Initiativen weiter. Die Initiativen tragen in der Summe dazu bei, dass eine am Alter und an den Erwartungen der Zielgruppen (Kinder, Jugendliche, Eltern und Fachkräfte) orientierte, integrierte Struktur von Kompetenzförderung, Stärkung der Medienerziehung und Jugendmedienschutz erreicht wird.
Wie, wo und durch wen sollte Medienkompetenz übermittelt werden? Durch welche Maßnahmen werden die Vermittler geschult und sensibilisiert?
Die medienpädagogische Landschaft in Deutschland ist bereits jetzt sehr breit gefächert. Daher besteht ein wichtiges Vorhaben des Dialog Internet in der Erstellung eines Medienkompetenzberichts, der Angebotstransparenz für die Vermittlung von Medienkompetenz schafft und den Transfer guter Praxis erleichtert. Darin sind auch solche Angebote erfasst, die sich an pädagogische Fachkräfte, Lehrerinnen und Lehrer und Eltern wenden.
Auch die bereits gestarteten und demnächst anlaufenden Initiativen im Dialog Internet sollen möglichst viele Zielgruppen ansprechen. Hierzu gehören natürlich Kinder und Jugendliche, Erziehende, d.h. Eltern, Lehrerinnen, Lehrer und pädagogisches Fachpersonal aus allen Bereichen, aber auch Multiplikatoren und Verantwortliche aus Medien und Kommunikation, Internet- und Werbewirtschaft.
Wir nutzen Medien heutzutage in fast allen Lebensbereichen. Deshalb ist es ein Ziel, die Sensibilisierung für Medienkompetenzthemen und ihre Vermittlung in normale Alltagsabläufe zu integrieren und möglichst viele der genannten Zielgruppen zu erreichen und zur Mitwirkung zu mobilisieren. So werden im Dialog Internet auch im Netz aktive Unternehmen (z.B. Inhalte- und Zugangsanbieter; Betreiber von Plattformen, sozialen Netzwerken und Suchmaschinen) in die Pflicht genommen, der Sicherheit und dem Schutz von Kindern und Jugendlichen bei der Nutzung ihrer Angebote gerecht zu werden.
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